[SEK-Publikation „Internat. Ök. Konferenzen“]
Globalisierung
und wirtschaftliche Gerechtigkeit:
ökumenisches
Ringen zwischen Bekenntnis und Reform
Christoph Stückelberger
Globalisierung ist ein zentrales Thema internationaler ökumenischer Konferenzen, insbesondere des Ökumenischen Rates der Kirchen ÖRK und des Reformierten Weltbundes RWB, aber auch von kirchlichen Hilfswerken, Missionswerken, Weltbünden wie dem CVJM/F usw. Globalisierung wird zumeist wahrgenommen als weltumspannende Tendenz der Öffnung der Märkte, der zunehmenden Interdependenz und Abhängigkeit, aber auch verstärkter Dominanz, verbunden mit Liberalisierung und Deregulierung, als Phänomen verstärkten Handels und ausgeweiteter Kommunikation mittels neuer Informationstechnologien. In der ökumenischen Auseinandersetzung mit diesen Entwicklungen zieht sich wie ein roter Faden die alte und immer noch drängende Frage nach der wirtschaftlichen Gerechtigkeit, nach einer gerechten Teilhabe an den Entwicklungen durch die Analysen, Forderungen und Empfehlungen der ökumenischen Konferenzen. Im folgenden sind drei solche Prozesse exemplarisch ausgewählt und in der nötigen Kürze beschrieben: der Bekenntnisprozess des Reformierten Weltbundes, die Stellungnahmen des ÖRK und des internationalen Colloquiums 2000. Anschliessend folgt eine kurze Beurteilung und die Frage der Arbeit an diesem Thema in den Schweizer Kirchen.
Der RWB, die reformierte Konfessionsgemeinschaft mit 215 Mitgliedkirchen in 106 Ländern, beschäftigt sich seit langem mit der Frage einer christlichen Antwort auf wirtschaftliche Herausforderungen. 1992 veröffentlichte der RWB eine Studie über „Reformierter Glaube und wirtschaftliche Gerechtigkeit, gefolgt von fünf regionalen Konsultationen 1995-96. An der 23. Generalversammlung des RWB in Debrecen 1997 verpflichteten die Delegierten den RWB, einen „processus confessionis“, einen Bekentnisprozess bezüglich weltwirtschaftlicher Ungerechtigkeit und ökologischer Zerstörung durchzuführen (zur ökologischen Dimension der Debrecen-Beschlüsse vgl. den Aufsatz von Kurt Zaugg in diesem Band[???]. Sie ist deshalb hier nicht behandelt).
Der Studientext von Debrecen als Sektion 2.1 der Debrecen-Beschlüsse steht unter dem präzisen Titel „Reformierter Glaube und wirtschaftliche Gerechtigkeit“ (Lit., Nr.1, Auch auf der Internetseite des RWB abrufbar). „Bekenntnis" heisst für den RWB, wirtschaftliche Gerechtigkeit nicht einfach als ethischen Imperativ zu verstehen, sondern als zentrales Anliegen des christlichen Glaubens und spirituellen Lebens aufzuzeigen. Der Glaube an die Herrschaft Gottes über alle Bereiches des Lebens, wie es reformierter Überzeugung entspricht, setzt die Wirtschaftswelt in die direkte Verantwortung des Glaubens. Der RWB spricht aber nicht von einem Bekenntnisakt, sondern von einem Bekenntnisprozess, d. h. er ruft die Mitgliedkirchen auf, auf allen Ebenen die Kirchenmitglieder für diese Fragen zu motivieren und die Auseinandersetzung zu Glaube und wirtschaftlicher Gerechtigkeit aufzunehmen. Zudem sind alle Mitgliedkirchen auf allen Ebenen aufgerufen, in der Überzeugung, dass dies nicht nur eine Frage von Experten oder internationalen Institutionen ist, sondern an der Basis verankert sein muss.
Bekenntnis in diesem Prozess heisst auch Schuldbekenntnis. So heisst es im Text von Debrecen: „Wir, Christen reformierter Gemeinschaften, bekennen unsere Mitschuld an einer Wirtschaftsordnung, die unfair und unterdrückerisch ist und zu Elend und Tod für viele Menschen geführt hat. Die Zeit ist für uns gekommen, um unsere wirtschaftlichen Grundsätze und Aktivitäten zu überdenken, im Lichte unseres Glaubens und der Tatsache, dass eine wachsende Zahl von Menschen und Ländern vom Wohlstand ausgeschlossen sind, der das Leben einer Nation garantiert. Unsere wirtschaftlichen Entscheide müssen gegenüber Grundsätzen verantwortet werden, die die Folgen dieser Entscheide an den schwächsten Mitgliedern unserer Gemeinschaften messen. Wir anerkennen, dass eine Umkehr in unserem persönlichen Verhalten und Lebensstil wie eine Umkehr der Gesellschaft und der Kirche selbst nötig ist.“ (Lit. Nr. 1, eigene Übersetzung aus dem Engl.)
Bei den konkreten Empfehlungen resp. Aufrufen sind insbesondere multilaterale Organisationen im Blick: Die UNO wird aufgefordert, Verhaltenskodizes für Transnationale Konzerne zu erneuern, die WTO soll Umwelt- und Sozialstandards einführen, der IWF Kredite an Bedingungen wie Umweltschutz oder Senkung der Rüstungsausgaben knüpfen und die Mitgliedkirchen sollen sich für Entschuldungsmassnahmen, z.B. einen völligen Schuldenerlass für die ärmsten Entwicklungsländer, bei den Regierungen und der Weltbank einsetzen. Diese wirtschaftspolitischen Massnahmen werden im Schlussabschnitt erneut mit dem Glauben verbunden: „Die Suche nach wirtschaftlicher Gerechtigkeit betrifft die Integrität unseres Glaubens als Kirchen und Individuen. Wir fordern reformierte Kirchen und reformierte Christinnen und Christen auf, mit ihrem Leben zu bezeugen, dass Jesus allein Herr ist und dass wir zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit trachten sollen (Mt 6,33).“
Die Globalisierung wurde von der Achten Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen ÖRK mit klaren „Empfehlungen“ thematisiert (Lit., Nr. 2, S. 343-54). Globalisierung wird als „eine Realität der modernen Welt“ nüchtern wahrgenommen, aber als „nicht nur ein ökonomisches, sondern ebenso ein kulturelles, politisches, ethisches und ökologisches Problem“ bezeichnet. Als Empfehlungen wurde beschlossen, „dass die Herausforderung der Globalisierung ein zentraler Bestandteil des Ökumenischen Rates der Kirchen werden sollte.“ Kirchen sollten „Widerstand gegen die zunehmende Dominanz wirtschaftlicher und kultureller Globalisierung leisten und nach Alternativen zum gegenwärtigen Wirtschaftssystem suchen.“ Dazu gehöre „die Überwachung und kritische Analyse der Aktivitäten transnationaler Unternehmen und der OECD, des IWF, der Weltbank, der WTO, der ILO usw.“, die „Unterstützung von örtlichen Alternativen durch neue Produktionsformen, fairen Handel und alternative Bankensysteme“, die „Zusammenarbeit mit Initiativen für ein neues Finanzsystem einschliesslich einer Steuer auf finanzielle Transaktionen (Tobin-Steuer)“, die „Überprüfung des Umgangs der Kirchen mit Land, Arbeitskräften und Kapital zum Beispiel im Hinblick auf die ethisch vertretbare Geldanlage von Pensionsfonds und anderer finanzieller Mittel ...“ und das „Nachdenken über ökonomische Probleme als Glaubenssache“ (Lit., Nr. 2, S. 353f).
Schuldenerlass wurde in Harare - unter aktiver Mitwirkung von Brot für alle und der Entschuldungsstelle der Arbeitsgemeinschaft Swissaid/Fastenopfer/Brot für alle/Helvetas/Caritas - zu einem klaren Schwerpunkt des ÖRK. Die Kirchen wollen sich damit aktiv an „Jubilee 2000“, der weltweiten Kampagne für Schuldenerlass, beteiligen. Sie forderten in Harare in Anlehnung an das Schweizer Modell der Gegenwertfonds nicht eine bedingungslose Schuldenstreichung, sondern eine Entschuldung im Dienste der Entwicklung durch „Beteiligung der Zivilgesellschaft an der Entscheidung und Kontrolle über die Umwidmung der freigewordenen Mittel zur Behebung gesellschaftlicher und ökologischer Schäden“. Die Vollversammlung ruft die Mitgliedkirchen auch dazu auf, „ihre Macht dafür einzusetzen, dass illegal auf Nummernkonten ins Ausland transferiertes Kapital in die Schuldnerstaaten zurückgeführt wird.“ (Lit., Nr. 2, S. 359). Sie verabschiedete einen „Erlassjahr-Aufruf zur Befreiung der verarmten Völker aus dem Würgegriff der Schulden“ (Lit., Nr. 2, S. 295-302) auf der Basis des Berichts des Weisungsausschusses mit seiner „Erklärung zum Schuldenerlass“ (Lit., Nr. 2, S. 354-359).
Seit der ÖRK-Vollversammlung in Harare führte der ÖRK die Studienarbeit und Empfehlungen zur Globalisierung mit fünf Veröffentlichungen zum Multilateralen Investitionsabkommen MAI, zur Entschuldung und zu Alternativen zur Globalisierung weiter (Lit., Nr. 5 und 6). „Weltweit sich ausbreitende Alternativen zur Globalisierung“ („Globalizing Alternatives to Globalization“. Titel von Lit. Nr. 6) heisst die Stossrichtung. Dabei geht es – anders als der Slogan „Alternativen zur Globalisierung“ suggeriert – nicht um eine Ablehnung von Globalisierung als weltweiter Vernetzung, sondern letztlich um die Einlösung der jahrzehntealten Versprechen gegenüber ärmeren Ländern. So sind (Lit., Nr. 6) ÖRK-Stellungnahmen zur Weltbankstrategie der Armutsbekämpfung, zum Sozialgipfel in Genf 2000, zum IWF und zur Entschuldungsinitiative für ärmere Entwicklungsländer HIPC dokumentiert.
Eine weitere, weltweite Debatte um Glaube und Globalisierung fand im „Colloquium 2000“ statt. Eine Tagung in der Evang. Akademie Hofgeismar in Deutschland vom 9.-16. Juni 2000 bildete den Abschluss eines längeren elektronischen Austausches in verschiedenen virtuellen Arbeitsgruppen von Theologinnen, Ökonomen aus ökumenischen Kreisen aus allen Kontinenten. Die Schlusserklärung des Colloquiums 2000 (Lit., Nr. 7 und 8) spricht vom „Streit mit der Globalisierung“ (Lit., Nr. 7, S.71). Es ging um konkrete Strategien, mit einem Schwerpunkt auf den internationalen Finanzmärkten. Die Schlusserklärung spiegelt das Bekennende des RWB-Prozesses und die Grundstruktur der „Barmer Theologischen Erklärung“ von 1934 mit ihrem Widerstand gegen den Nationalsozialismus Hitlers. Während Barmen nach der Grundstruktur „Wir bekennen ... – wir verwerfen ...“ aufgebaut ist, sind die Folgerungen der „Erklärung des Colloquium 2000“ in drei Teile gefasst: „Wir bekräftigen ... – wir widerstehen ... – wir verpflichten uns ...“. Zum Beispiel: „Wir bekräftigen, dass Menschen wichtiger sind als Geld ... Wir widerstehen der neoliberalen Ideologie, nach der das Weltwirtschaftssystem vorrangig der Reichtumsanhäufung zu gunsten einer schmalen Minderheit anstatt der Befriedigung der Grundbedürfnisse aller Menschen und dem Erhalt von Gottes Schöpfung dient ... Wir verpflichten uns, ... demokratische Mitwirkung sowie nationale und internationale Institutionen zu stärken, um eine Regulierung der wirtschaft zu erreichen ...“. (Lit, Nr. 7, S. 76f)
Die geschilderten ökumenischen Stellungnahmen zur Globalisierung zeigen, dass Globalisierung zwei Gesichter hat. In meiner eigenen wirtschaftsethischen Beurteilung können als Kurzformel die abzulehnende und die zu fördernde Seite der Globalisierung wie folgt umschrieben werden:
Globalisierung ist dann anzustreben, wenn damit der Versuch gemeint ist, die Welt als eine Menschheit und ein Ökosystem in ihrer Interdependenz zu verstehen und für ein Leben in Würde für alle und mit gerechter Partizipation aller fruchtbar zu machen.
Globalisierung ist dann abzulehnen, wenn damit der Versuch gemeint ist, die Welt in ihrer Vielfalt auf ein einheitliches Wirtschafts-, Kultur- und Politikmodell zu reduzieren und durch wenige Akteure zu gestalten und dabei der Ökonomie den Vorrang vor allen andern Wertbereichen zu geben.
Der christliche
Glaube ist seit seinen Ursprüngen auf Grenzüberschreitung und Verantwortung für
den ganzen Globus angelegt. Globalisierung ist dabei aber sehr spezifisch
fokussiert: Globalisierung (engl. globalization, franz. Mondialisation) ist ein
säkularer Ausdruck, der sich auf die Welt als Globus bezieht.
Die christliche
Weltsicht hingegen geht vom griechischen Wort „oikos“ aus, das die Erde als
gemeinsames Haus, als Haus Gottes bezeichnet. „Oikos“ schliesst dabei drei
Elemente ein:
Ökonomie bezeichnet die verantwortliche Haushalterschaft für die genügende Produktion
und gerechte Verteilung der nötigen Güter und Dienstleistungen. Ökologie bedeutet die verantwortliche
Haushalterschaft im Gebrauch, Unterhalt und Erneuerung der natürlichen Güter
und Ressourcen dieser gemeinsamen Erde. Ökumene
beinhaltet die verantwortliche Gemeinschaft von Menschen und Völkern mit verschiedenem
Glauben und unterschiedlicher Kultur.
Die christliche
Antwort auf die Globalisierung könnte deshalb meines Erachtens als „Oikolisierung“ bezeichnet werden – ein
Prozess mit einem Ziel, das die erwähnten drei Dimensionen beinhaltet. Solche
„Oikolisierung“ bedeutet wirtschaftliche, ökologische, soziale, kulturelle und
religiöse Nachhaltigkeit.
Die drei als typische Beispiele dargelegten ökumenischen Prozesse der Auseinandersetzung mit der Globalisierung zeigen ein dreifaches:
1. Klare Bekenntnisse. Das Ringen um eine Antwort aus dem christlichen Glauben macht die Stärke dieser ökumenischen Stellungnahmen aus. Die Wirtschaft ist nicht einfach ihrer sog. Eigengesetzlichkeit überlassen, sondern muss vor dem Glauben verantwortet werden. Die religiös-ideologischen Aspekte des säkularen Globalisierungsglaubens wird religionskritisch aufgedeckt. An Gerechtigkeit, Friede und Bewahrung der Schöpfung orientierte ethisch-theologische verankerte Kriterien werden genannt.
2. Schemenhafte Analysen. Die Analyse der wirtschaftlich-politischen Mechanismen kommt oft zu kurz. Deshalb wirken diese ökumenischen Dokumente ausserhalb der Kirchen z.B. für Politiker/innen und Unternehmer/innen oft wenig überzeugend. Allerdings hängt dies zu einem guten Teil mit dem Zustandekommen der Dokumente als unter Zeitdruck an Konferenzen erarbeiteten Kompromisstexten zusammen, wie es auch UNO-Konferenzdokumenten anhaftet. Grundlagenstudien von teilnehmenden Fachleuten und Autor/innen dieser Texte sind oft viel differenzierter. Die methodischen Schritte einer theologischen Ethik vom Bekenntnis zur konkreten Folgerung und Forderung sind differenzierter zu machen.
3. Teils konkrete, teils unscharfe Strategien. Auf der Ebene der Umsetzungsstrategien sind die Dokumente unterschiedlich präzis. Konkrete, sehr wichtige Einzelforderungen verbinden sich z.T. mit unscharfen und vereinzelt widersprüchlichen Gesamtstrategien. In Entschuldungs-, Finanzmarkt- oder Entwicklungsstrategien sind Einzelforderungen sehr kenntnisreich. Widersprüche zeigen sich, indem z.B. das Internet, geradezu Inbegriff und wichtiger Motor wirtschaftlicher Globalisierung, zu einem unverzichtbaren Instrument auch ökumenischer Meinungsbildungsprozesse geworden ist.
Mit den (nur sehr bruchstückhaft erwähnten) ökumenischen Anliegen und Herausforderungen werden auch die Kirchen in der Schweiz, ihre Hilfswerke, Missionswerke, kirchlichen Verbände, theologischen Fakultäten usw. herausgefordert. Sie erhalten von der weltweiten Kirche wichtige Impulse und Verpflichtungen für ihre eigene Agenda der nächsten Jahre. Einige wenige zum Bereich Globalisierung seien genannt:
· Der Zusammenhang von Glaube und gerechtem Wirtschaften sollte in den Kantonalkirchen und Gemeinden verstärkt aufgenommen werden. Er wird in den Dokumenten so verständlich und klar dargelegt, dass damit gearbeitet werden kann.
· Die konkreten (An-)Forderungen an eine menschengerechte Globalisierung geben einen hilfreichen Orientierungsrahmen. Sie können und sollen von den darauf spezialisierten und damit mandatierten Institutionen der Kirche konkretisiert und in den Dialog besonders mit Wirtschaft und Politik eingebracht werden. Brot für alle, Heks, die Missionswerke, das Institut für Sozialethik des SEK, die Ökumenische Arbeitsgemeinschaft Kirche und Umwelt, die kantonalen Beauftragten für Wirtschaft und die OeME-Beauftragten arbeiten daran und sollen es angesichts der Tragweite des Themas weiterhin mit Energie tun. Globalisierung und wirtschaftliche Gerechtigkeit ist seit längerem ein Schwerpunkt von Brot für alle.
· Es braucht einen strukturierteren Prozess innerhalb der Kirchen der Schweiz, wie und von wem Empfehlungen der weltweiten Kirche in der Schweiz weiterbearbeitet werden. Für die evang. Kirchen der Schweiz bedeutsam sind besonders der ÖRK, der RWB, die KEK und die internationalen Verbände der protestantischen Hilfswerke wie deren europäischer Dachverband Aprodev oder das Ende 2000 geschaffene Globale Ökumenische Aktionsbündnis (mit Sitz beim ÖRK). Der SEK (z.B. der Ökumenebeauftragte) wäre der geeignete Ort, diesen Umsetzungsprozess zu strukturieren.
· So wie Regierungen verpflichtet werden, jährliche oder fünfjährliche Berichte zum Stand der Umsetzung internationaler UNO-Konventionen oder auch weniger verbindlicher UNO-Konferenzen abzuliefern und so kontinuierlich an die Umsetzung erinnert und dazu angespornt werden, so könnte es Aufgabe des SEK sein, den Umsetzungsprozess zu überprüfen (monitoring).
· Die Kirchen und Werke der Schweiz sollten sich noch verstärkt verpflichten, die erwähnten ökumenischen Institutionen (besonders in ihren wirtschaftsethischen Fachstellen, die diese wichtigen Impulse zur Globalisierung leisten) finanziell mitzutragen. Der Ökumenefonds von Brot für alle tut dies bereits. Die erwähnten Stellungnahmen zeigen, dass es dabei nicht um Allotria geht, sondern um den Kern des christlichen Zeugnisses in einer globalisierten Welt.
Christoph Stückelberger,
Zentralsekretär von Brot für alle und
Privatdozent für Ethik an der Theologischen
Fakultät der Universität Basel
Internetadressen, wo einige der aufgeführten Dokumente abgedruckt sind:
· ÖRK (Ökumenischer Rat der Kirchen): www.wcc-coe.org
· RWB (Reformierter Weltbund): www.warc.ch
· BFA (Brot für alle): www.bfa-ppp.ch
·
Colloquium
2000: www.econ.theo.org
· Jubilee 2000: www.jubilee2000uk.org
Brot für alle, Monbijoustr. 29, CH 3001 Bern
Tel. 031 380 65 65. E-mail: stueckelberger@bfa-ppp.ch
Literatur (in zeitlicher Reihenfolge)
1. Reformierter Glaube und wirtschaftliche Gerechtigkeit, in: Schlussdokument der 23. Generalversammlung des Reformierten Weltbundes in Debrecen 1997, Sektion 2.1.
2. Im Zeitalter der Globalisierung, in: Gemeinsam auf dem Weg. Offizieller Bericht der Achten Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Harare 1998, Frankfurt a. M. 1999, bes. 302-304 und 343-360.
3.
Globalization,
Marginalization of Dalits, Women and Tribals, ed. by Rosemary Viswanath for
Solidarity, Bangalore 1998.
4.
Consequences
of economic globalization. Report on the symposium in Bangkok and in Seoul 1999
together with six messages from Bangkok, ed. by World Alliance of Reformed Churches, Geneva 2000, 21 p.
5.
„There
are Alternatives to Globalization“. Dossier prepared by the Justice, Peace and
Creation team of the WCC, Geneva,
March 2000, 30 p.
6.
Globalizing
Alternatives to Globalization. Dossier prepared by the Justice, Peace and
Creation team of the WCC, Geneva,
October 2000, 64 p.
7. Colloquium 2000: Glaubensgemeinschaften 2000. Glaubensgemeinschaften und soziale Bewegungen im Streit mit der Globalisierung, mit der Erklärung des Colloquium 2000 vom Juni 2000, Sonderdruck der Jungen Kirche, Beilage Heft 9/2000.
8. Dietschy, Beat: Weichen stellen für anderes Wirtschaften. Die Globalisierung fordert Glaubensgemeinschaften heraus (Bericht über „Colloquium 2000“) Refomierte Presse Nr. 31/32, 4. Aug. 2000, 7-9.
9. Stückelberger, Christoph: Ethischer Welthandel, Bern 2001, 320 S. (english: Ethical World Trade, ca. Ende 2001, Verlag des ÖRK).
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