Erfahrungen von Brot für alle/Fastenopfer
und ethische
Perspektiven
(erscheint im
Sammelband „Der Ökumene verpflichtet“ der THC)
Prof. Dr. Christoph Stückelberger, Zentralsekretär Brot für alle und Professor für Systematische Theologie mit Schwerpunkt Ethik an der Theol. Fakultät der Universität Basel
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Inhalt
Ökumene
dank und trotz den Armen
1. Der Begriff Ökumene: Weltweite
Kirche für die Welt
2. Brot für alle/Fastenopfer: die
Anfänge
3. Gemeinsamkeiten in den
Leitbildern
3.1 Entwicklung als Armutsbekämpfung
3.2 Mission/Evangelisation
ganzheitlich
3.3 Kirchen als Partner für
Entwicklung
3.4
Entwicklungspolitik integriert
3.6 Parität Kampagnestrukturen
4. Brot für alle/Fastenopfer:
Spezifische Beiträge und Grenzen
4.1 Von Brot für alle:
Entwicklungspolitik
4.2 Von Fastenopfer:
Spiritualität und Liturgie
4.3 Grenzen bei heiklen ethischen und dogmatischen Themen
5. Ethische Herausforderungen für
die zukünftige ökumenische Zusammenarbeit
5.1 (Unterschiedliche)
Kirchenbeziehungen
5.2 Ökumenische
Projekte: Chancen und Grenzen
5.3 Pfingstkirchen: Ökumene trotz
der Armen?
5.4 Christliche und andere
Fundamentalismen
5.5 Staatliche Unterstützung für die religiöse Dimension der Entwicklung
5.6 Europäische und globale
Zusammenarbeit
5.7 Ökumene: Partnerschaft,
Fusion, Kooperation?
„Der Ökumene verpflichtet“: Der programmatische Titel dieser
Vortragsreihe 2003 an der Hochschule Chur gilt sehr direkt für die fast
vierzigjährige ökumenische Zusammenarbeit der beiden kirchlichen
Entwicklungswerke „Brot für alle“ und „Fastenopfer“ Bevor diese Zusammenarbeit
beschrieben und auf ihre zukünftigen Herausforderungen hin befragt wird, wird
der Ökumenebegriff für unseren Zusammenhang geklärt.[1]
Das griechische Verb „oikein“ heisst bewohnen, die “Oikoumene“ ist der bewohnte
Erdkreis, das bewohnte Haus Erde. Der seit Herodot im 5. Jahrhundert v. Ch. gebräuchliche
Begriff bedeutete säkular das griechisch-römische Imperium, in Abgrenzung zu
den Barbaren. Auch im Neuen Testament taucht er als dieser politische Begriff
auf (Lk 2,1; 4,5-7; Apg 17,6; Off 16,14), aber auch das Reich Gottes kann als
„heranbrechende Ökumene“ bezeichnet werden (Heb 2,5). Mit dem Siegeszug des
Christentums ab dem 4. Jahrhundert bezeichnete Ökumene die christliche Welt,
das christliche Reich und die christliche Kirche, also ein Begriff für das, was
universale Gültigkeit hat.
Für
unseren Zusammenhang sehr wertvoll ist die Definition des Zentralausschusses
des Ökumenischen Rates der Kirchen von 1951. Danach heisst ökumenisch „alles,
was bezogen ist auf die gesamte Aufgabe der gesamten Kirche, das Evangelium der
ganzen Welt zu bringen. Der Begriff schliesst deshalb ... die Einheit und die
Mission im Kontext der ganzen Welt ein.“[2] Solche Ökumene integriert also immer vier Dimensionen:
Die Einheit der Kirchen, die weltweite Verbundenheit der Kirchen,
der Missionsauftrag der Kirchen, der Dienst der Kirchen für die Welt.
Ökumenische Existenz grenzt sich damit ab von kirchlichem Provinzialismus,
Ethnizismus oder Denominationalismus, von nichtmissionarischer
Selbstgenügsamkeit oder Beschäftigung nur mit innerkirchlichen Angelegenheiten. Ökumene heisst weltweite
Kirche für die Welt. Nicht Kirche sein für sich selber, sondern Kirche für die
Welt. Denn das ist letztlich im Missionsauftrag so enthalten.
Der weltweite Auftrag der zwei Entwicklungsorganisationen
Brot für alle und Fastenopfer für Gerechtigkeit und Entwicklung beinhaltet
diese weltweite ökumenische Dimension. Deshalb ist auch die Auseinandersetzung
mit der Globalisierung der weltweiten Ökumene inhärent.[3]
Der Ökumenische Rat der Kirchen, der nach dem Zweiten
Weltkrieg gegründet worden war, um die damals protestantische und orthodoxe
Christenheit zusammenzuführen, hat im 1951 folgende Definition herausgebracht
(übersetzt aus dem Englischen): alles was zusammenhängt mit der gesamten Aufgabe,
der gesamten Kirche, das gesamte Evangelium der gesamten Welt zu bringen.
Die Entstehungsgeschichte von Brot für alle und
Fastenopfer ganz kurz:[4]
Die Aktion Brot für Brüder, wie sie damals ursprünglich hiess, wurde
1961 auf Anstoss von Heks und der Basler Mission ins Leben gerufen. Dieses Jahr
ist wichtig, denn es war der Anfang des ersten Entwicklungsjahrzehnts, das von
der UNO 1960 ausgerufen wurde. Es war die Epoche der Entkolonialisierung in
Afrika, des Unabhängigwerdens, andererseits die UNO, welche die Aufgabe
wahrnahm, diesen ehemaligen Kolonien bei der wirtschaftlichen Unabhängigkeit,
beim wirtschaftlichen Aufbau zu helfen. Dazu brauche die UNO Unterstützung von
anderen Organisationen. Aus diesen weltweiten Bemühungen diese Entwicklung zu
stärken, entstanden in Deutschland Brot für die Welt (1959) und das katholische
Hilfswerk Misereor, in der Schweiz 1961 die Aktion Brot für Brüder, wie es
damals hiess, und 1962 das Fastenopfer, herausgegangen aus dem ersten
katholischen Missionsjahr von 1960. Bereits 1964, drei Jahre nach der Gründung,
hat Brot für alle (damals Brot für Brüder) die erste Anfrage an das Fastenopfer
gestellt, ob es nicht eine gemeinsame ökumenische Information geben
könnte/sollte. Es hat eine Weile gedauert. 1968 entstand schliesslich die
gemeinsame Sammelaktion, genau vor 35 Jahren. Seither werden diese ökumenischen
Sammel- und Informationskampagnen ökumenisch durchgeführt. Seit 35 Jahren,
jedes Jahr neu. Wir könnten dies mit einer Ehe vergleichen, einer Ehe, die seit
35 Jahren hält. Und das ist nicht ganz
selbstverständlich. Es ist eine
fruchtbare, eine bereichernde Beziehung, die hier entstanden ist: 35 Mal ein
gemeinsames Thema bestimmen, viele gemeinsame Publikationen publizieren, den
bekannten, berühmten Kalender, die Agenda, die in 2 Millionen Auflage praktisch
in alle Haushaltungen der Schweiz verteilt wird, gemeinsame Gottesdienste zur
Eröffnung der Kampagne, oft auch ökumenisch in den Gemeinden, gemeinsame
Auftritte, gemeinsame politische Aktionen, gemeinsame Unterschriftensammlungen,
gemeinsame Gebete, gemeinsame Gäste aus dem Süden, gemeinsame Projekte. All
dies ist nur möglich seit 35 Jahren dank einer gemeinsamen geistigen und strukturellen
Grundlage.
Eine wohl wesentliche Grundlage dafür, dass sich diese zwei Werke seit 35 Jahren als gleichwertige, gleichberechtigte Partner anerkennen, sehe ich in drei Punkten:
1) Beide Werke wurden fast gleichzeitig von den Kirchenleitungen gegründet, das Fastenopfer von der Schweizerischen Bischofskonferenz katholischerseits und Brot für alle vom Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund evangelischerseits.
2) Die zwei Werke anerkennen sich als gleichwertige Partner. Das ist nicht ganz einfach, ist aber, meine ich, der eigentliche Schlüssel zu dieser Form von Ökumene in Zusammenhang mit praktizierter Nächstenliebe. Zum Beispiel bedeutet dies die Parität in der Zusammensetzung der Gremien. Wir achten auch stark darauf, dass wir die Namen möglichst in der Reihenfolge abwechseln (BFA-FO; FO-BFA). Das sind die Kleinigkeiten, die zum Ausdruck bringen: wir sind gleichberechtigte Partner, die sich gleich ernst nehmen und in allen Aktivitäten als Partner betrachten.
3) Viele inhaltliche Gemeinsamkeiten.
Zur Frage der Gemeinsamkeiten. Was ist die gemeinsame Basis, die das
Fastenopfer und Brot für alle verbindet? Eine Ehe ist nicht 35 Jahre lang
tragfähig, wenn es nicht sehr viele Gemeinsamkeiten gibt. Gemeinsame Werte, gemeinsame
Ziele, gemeinsame Arbeitsmethoden. Ich möchte sechs davon nennen, wie sie in
den Leitbildern der Werke und ihrer Umsetzung zum Ausdruck kommen.[5]
Entwicklung als Armutsbekämpfung: Dahinter steht die Frage: welche Art von Entwicklung wollen diese zwei Werke fördern? Die Armutsbekämpfung steht klar im Vordergrund, die Option für die Armen. Hierzu ein Text aus dem Grundlagenpapier des Fastenopfers zum Selbstverständnis des Fastenopfers als kirchliches Hilfswerk vom März 2003:„Die vorrangige Option für die Armen und der Einsatz für eine umfassende Befreiung der Menschen aus jeglicher Unfreiheit, ist Teil der christlichen Sendung. In ihr verwirklicht sich ein wesentlicher Aspekt der Evangelisation. Das Fastenopfer versteht seinen Einsatz gegen die Armut und Ungerechtigkeit im Sinne der Lebens- und Glaubenspraxis Jesu. Tragender Grund ist die befreiende Bewegung göttlicher Liebe, auch in einer Welt voll von Vernichtung und Zerstörung, und die Vision einer Gemeinschaft von Gleichgestellten nach dem Vorbild Jesu. Die Menschen werden ermutigt, Wege aus Bedingungen und Strukturen zu suchen, die ihr Leben behindern oder gar zerstören“. Dieser Abschnitt des Grundlagenpapiers hat den Titel „die gelebte Solidarität und die Botschaft der Befreiung als Inspiration, Motivation und Herausforderung der Arbeit des Fastenopfers“. Im Leitbild (Grundlagenpapier) von Brot für alle sind die Entwicklungsziele wie folgt formuliert. „Brot für alle setzt sich für eine gerechte und nachhaltige Entwicklung in der Einen Welt ein. Brot für alle unterstützt eine weltweite, solidarische Gemeinschaft von Menschen, die ein Leben in Würde für alle, einen gerechten Ausgleich, ein sozial, ökologisch, kulturell und religiös verantwortliches Wirtschaften und die gemeinsame Bewahrung der Lebensgrundlagen fördert. Brot für alle bekämpft jene weltweiten Tendenzen und Kräfte, die den Graben und das Machtgefälle von Arm und Reich vergrössern, die kulturelle und politische Vielfalt vermindern, einseitig wirtschaftliche Massstäbe beachten und die Lebensgrundlagen zerstören“. Damit ist in unterschiedlichen Worten, aber mit einer sehr grossen Übereinstimmung in der Grundaussage formuliert, was wir unter christlich verstandener Entwicklungsarbeit verstehen.
Ein zweiter, heikler Begriff, auch im Bemühen um ein gemeinsames Verständnis, der in unseren Werken eine wichtige Rolle spielt, ist die Mission/Evangelisation.
Mission als missio dei, als Sendung Gottes in der Welt. Mission als Glauben bezeugen und Freunde gewinnen, wie das im sogenannten Manifest 2000 steht. Ein Manifest, das Brot für alle und Fastenopfer gemeinsam zum 35-jährigen Bestehen formuliert haben: „Wir wollen den Glauben bezeugen und Freunde gewinnen“ ist eine einladende Form von Mission. Dies auch als Abgrenzung von einer falsch verstandenen Bekehrungsaktivität. Freunde gewinnen heisst, auch Umkehr ermöglichen. Im Leitbild von Brot für alle heisst es:„Brot für alle schöpft seine Kraft aus und orientiert sein Handeln an der Dynamik des christlichen Glaubens, das heisst daran, dass Gott als Schöpfer alle Menschen als seine Ebenbilder, als Mann und Frau, schuf und liebt, dass Gott in Jesus Christus sich insbesondere den Bedrängten und Armen zuwendet und von Menschen errichtete Grenzen überwindet, dass Gott durch seinen erneuernden Geist auf einen neuen Himmel und eine neue Erde als ein ,Leben in Fülle für alle’ hinarbeitet, dass Gott in der weltweiten Gemeinschaft von Kirchen und Religionen, in der Menschen verschiedener Glaubensüberzeugungen einander achten und zusammenarbeiten, wirkt.“ In seinem Grundlagenpapier widmet das Fastenopfer interessanterweise den ersten Abschnitt dem Stichwort Mission und Evangelisierung und führt da wesentliche Titel auf wie: „Mission ist grenzüberschreitend und dialogisch“, „christliche Mission ist integral“. Das zeigt ein Missionsverständnis das ausgeht vom Dialog mit dem Wort Gottes. Im zwischenmenschlichen Dialog ist der interkonfessionelle und der interreligiöse Dialog unverzichtbar. Nur so können Religionen ihren Beitrag leisten zum Aufbau einer menschenwürdigen Welt in Gerechtigkeit und Frieden. Angesichts der religiösen Radikalisierung und der damit verbundenen Intoleranz und Gewaltanwendung hat die Christenheit eine besondere Verantwortung. Das Fastenopfer unterstützt die Bemühungen der Ortskirchen, für den Glauben in Offenheit und Toleranz Zeugnis abzulegen. Also auch hier wieder das Zeugnis für den Glauben als wichtiger Bestandteil des Selbstverständnisses einer kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit. Gleichzeitig auch eine Absage an den Fundamentalismus, sei das ein christlicher Fundamentalismus, ein islamischer Fundamentalismus, ein hinduistischer Fundamentalismus oder auch ein säkularer Fundamentalismus in Form von verschiedensten politischen und wirtschaftlichen Ideologien.
Eine weitere Gemeinsamkeit, die uns verbindet, sind die
Kirchen als Partner. Zunächst muss gesagt werden: alle Menschen, alle armen
Bedürftigen sollen Hilfe erhalten, unabhängig von Rasse, Klasse, Geschlecht und
Religion. Das ist ein ganz wichtiger Grundsatz kirchlicher
Entwicklungszusammenarbeit. Vermittler und Träger der Unterstützung sind aber
eben oft die Ortskirchen im Süden. Die Kirchen sind nicht Selbstzweck, sondern
die Kirchen sind Träger dieser Entwicklungsarbeit in vielen Gebieten. Auch dazu
ein Zitat aus dem Grundlagenpapier des Fastenopfers: “Das Fastenopfer
unterstützt die Ortskirchen des Südens, damit sie dem Beispiel Jesu folgend,
solidarisch sind mit den Entrechteten, Verarmten und Ausgeschlossenen und das Evangelium
in Wort und Tat verkünden und umsetzen. Pastorale und missionarische Tätigkeiten
der Ortskirchen in den Südländern sollen zudem helfen, die Menschen aus
wirtschaftlicher, gesellschaftlicher, kultureller und religiöser
Unmündigkeit zu befreien“. Kirche sein ist also nicht Selbstzweck, sondern die
Kirchen werden darin unterstützt, den Dienst in der Welt, den verkündenden und
den sozialdiakonischen Dienst, den befreienden Dienst zu leisten. Das heisst:
Die Kirchen sollen in ihrer sozialen Aufgabe unterstützt werden durch Schulung,
Bildung, Gesundheit, theologische Ausbildung und empowerment (Ermächtigung,
Stärkung der Armen, dass sie selber die Entwicklung in die Hand nehmen können,
dass die Frauen sich organisieren und einbringen können, auch das entwicklungspolitische
Lobbying).
Auch Entwicklungspolitik ist eine Gemeinsamkeit, die uns seit vielen Jahrzehnten verbindet. Die Entwicklungspolitik ist ein integraler Bestandteil von Brot für alle und Fastenopfer wie auch von den nationalen und internationalen Netzwerken, in denen diese zwei Werke arbeiten.
Auf nationaler Ebene gibt es die Arbeitsgemeinschaft Swissaid/Fastenopfer/Brot für alle/Helvetas/Caritas/Heks. Diese Arbeitsgemeinschaft mit Hauptsitz in Bern ist Gesprächspartner für den Bund, für die Regierung, für das Parlament, für die Wirtschaft, für internationale Organisationen, für die UNO usw. Sie wurde 1970 aus einer Intitiative von Brot für alle, Fastenopfer und Swissaid durch die ökumenische nationale Konferenz Schweiz - Dritte Welt gegründet.
Seit anfangs der 90er Jahre gibt es ebenfalls Zusammenschlüsse auf europäischer Ebene: den Verband CIDSE, die europäischen „Fastenopfers“ und auf protestantischer Seite die Organisation APRODEV, Association of Protestant Development Organisations. CIDSE und APRODEV haben ihre Sekretariate in Brüssel, da die Europäische Union eine ganz wesentliche Rolle für die Entwicklungsfragen spielt. Die kirchlichen Werke wollen die europäischen politischen Akteure mitbeeinflussen, dies inbesondere in Fragen der Verhältnisse Nord – Süd und des Handels Nord – Süd.
Auf Weltebene besteht seit 2001 das ökumenische Aktionsbündnis, die „Ecumenical Advocacy Alliance“, ein Zusammenschluss protestantischer, katholischer und orthodoxer Organisationen, die gemeinsam internationale entwicklungspolitische Kampagnen durchführen.
Ein Initiant von Brot für alle, Heinrich Hellstern,
damaliger Leiter des HEKS, hat
bereits bei der Gründung gesagt: “Brot für alle soll ein Werk sein, um den Ursachen
der Not und Ungerechtigkeit zu Leibe zu rücken“. Um den Ursachen zu Leibe zu
rücken, also nicht einfach Almosen zu verteilen, sondern Strukturen zu
schaffen, die es den Armen ermöglichen, aus ihrer Armut herauszukommen.
Gleichsam nach dem Motto: Lehre den Armen fischen, anstatt ihnen nur einen
Fisch zu geben. Ich würde sogar sagen: die ökumenische Zusammenarbeit von
Fastenopfer und Brot für alle wird erleichtert und bereichert durch diese
entwicklungspolitische Arbeit, die zumeist in grösseren Zusammenschlüssen und
Kooperationen, auch unter Einschluss von nichtkirchlichen Hilfswerken,
stattfindet. Damit können wir es uns gar nicht leisten, ständig über unsere
Gemeinsamkeiten und Differenzen nachzudenken, sondern wir stehen in gemeinsamer
Verantwortung im Handeln. Die Zusammenarbeit von kirchlichen und
nichtkirchlichen Organisationen kann dabei einen wichtigen Dienst leisten. Zum
Beispiel die Aktivitäten im Bereich der Entschuldung, die wir gemeinsam mit
nichtkirchlichen Organisationen geleistet haben, und wo die kirchlichen Werke
in grösseren Koalitionen bei der weltweiten Bewegung Jubilee 2000
zusammengearbeitet haben.
Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung sind die Grundwerte, die bei beiden Werken eine zentrale Rolle spielen. Auch Grundwerte wie partnerschaftlich mit den Partnern im Süden umgehen, die Partizipation als Grundwert, den Armen die frohe Botschaft verkünden (Lukas 4), Vergebung und Versöhnung, tätige Nächstenliebe (Matthäus 25). All diese Grundwerte sind unsere gemeinsame Basis, die unsere langjährige gemeinsame Aktivität ermöglicht.
Wichtig an Gemeinsamkeiten ist, dass wir paritätische Kampagnestrukturen haben.
Zum Beispiel bei der ökumenischen Kampagnekommission (diejenige Kommission die das Design der Kampagne, das Thema, die Schwerpunkte, die Ausrichtung miteinander bespricht), haben wir darauf geachtet, dass diese partitätisch zusammengesetzt ist, also gleich viele Mitglieder von Fastenopfer und Brot für alle. Oder bei der Agenda-Redaktion: wenn wir ein Fastenopfer-Projekt beschreiben, kommt auch ein Brot für alle-Projekt zur Sprache. Dass diese Gleichwertigkeit berücksichtigt wird, scheint uns sehr wichtig. Denn nur so gelingt es, dass nicht Gefühle entstehen, dass der eine den anderen über den Tisch ziehen oder übervorteilen wolle oder nur das eigene Profil in den Vordergrund stelle. Denn diese Art von Konkurrenz wäre der Anfang des Endes der Beziehung. Ich denke, dass eine solche ökumenische Zusammenarbeit ganz stark auch getragen ist von biografischen Erfahrungen in der anderen Konfession. Ich kann es von mir selber sagen: Ich war als evangelischer Theologiestudent in der katholischen Jugendarbeit der „Jungen Gemeinde“ sehr verwurzelt. Die Ranft-Treffen, die Oster-Treffen usw. waren wichtige biografische Erfahrungen, die auch emotional einen Boden gelegt haben, um diese Art von gegenseitigem Respekt zu ermöglichen. Der Hauptverantwortliche für die Kampagne auf Fastenopfer-Seite, Matthias Dörnenburg, hat als Jugendlicher einmal in der „Jungen Kirche“, wo ich gearbeitet habe, einen Leiterkurs besucht und ist in der evangelischen Jugendarbeit gross geworden, arbeitet aber heute beim Fastenopfer. Das zeigt, dass solche Art von biografischen Bezugspunkten auch für die ökumenische Zusammenarbeit sehr wichtig sind.
Der Einsatz für die Armen bringt uns zusammen. Wir überlegen nicht primär, was wir tun müssen, um uns voneinander abzugrenzen, sondern was wir tun müssen, um gemeinsam unser Zeugnis ablegen zu können. Auf der anderen Seite gibt es auch Situationen, wo wir sagen müssen, zu unserem Glaubensverständnis gehört auch, dass wir diese Ökumene gegenüber Armen betonen, die ausgrenzend sind, und sie auf diese Verpflichtung aufmerksam machen.
Wir haben auch Unterschiede. Man könnte es wieder mit einer Beziehung vergleichen: da sind Mann und Frau auch nicht genau gleich und haben unterschiedliche Stärken und Schwächen.
Brot für alle ist stärker ausgebaut im Bereich der entwicklungspolitischen Arbeit und hat etwas mehr personelle Kapazitäten dafür. Wir geben eine Schriftenreihe „Impulse“ heraus mit Publikationen über entwicklungspolitische Themen und haben mehr Finanzen für diesen spezifischen Sektor zur Verfügung. Deshalb ist Brot für alle bei gemeinsamen entwicklungspolitischen Aktivitäten öfter federführend, besonders im Bereich des Fairen Handels.
Auf der anderen Seite ist beim Fastenopfer mehr Kapazität im Bereich der spirituellen Grundlagen vorhanden (z.B. liturgische Unterlagen) und in der Kinder- und Jugendarbeit. Somit ergänzen wir uns gegenseitig. Ich denke, das ist auch eine Qualität der Ökumene, dass wir nicht den Eindruck haben, wir müssen alle genau dieselben Stärken haben, sondern wir können uns auch gegenseitig ergänzen. Dies braucht eine Vertrauensbasis, damit wir nicht den Eindruck haben „was will der uns da wieder liturgisch unterjubeln“ oder umgekehrt „wohin führen die uns entwicklungspolitisch“, sondern dass wir das im Einzelnen gemeinsam ausdiskutieren.
Hier möchte ich auf ein interessantes Projekt hinweisen, das wir im November 2003 durchführen: einen Studientag, wo wir spezifisch die theologischen, liturgischen und ekklesiologischen Fragen des Verständnisses der Fasten-, Passions- und Osterzeit bearbeiten. Wir haben nicht in jeder Frage dieselbe theologische Interpretation des Karfreitags- und Ostergeschehens. Wir haben insbesondere unterschiedliche liturgische Traditionen. Wie können wir nun ökumenisch so handeln, dass wir uns gegenseitig in der Unterschiedlichkeit respektieren, aber uns auch in der Gemeinsamkeit stärken und vielleicht so auch zu neuen Formen des liturgischen Feierns kommen?
Es gibt auch Grenzen der Zusammenarbeit.
Eine liturgische Grenze:Am ökumenischen Kirchentag in Deutschland ist der Streit um ökumenisches Abendmahl/Eucharistie wieder entbrannt. Da sind ganz klare Grenzen, die wir als zwei Werke mit Schmerzen respektieren.
Eine Grenze im ethischen Bereich:
1995 fand in Kairo die UNO-Weltbevölkerungskonferenz
statt. Da haben wir gemeinsam ein Büchlein herausgegeben unter dem Titel:
„Wenig Kinder viel Konsum - eine christliche Stellungnahme zur
Bevölkerungsfrage“. Zu 90 Prozent hatten wir eine gemeinsame Position, aber es
gab einen Punkt: die heikle Frage der
Empfängnisverhütung, wo wir unterschiedliche Positionen vertraten. Weniger im
Feld, in der Entwicklungszusammenarbeit oder zwischen Fastenopfer oder Brot für
alle als Werke, aber von den Kirchenleitungen her. Und es kam dazu, dass wir,
als vom Vatikan her an der UNO-Weltbevölkerungskonferenz eine sehr harte Position
in gewissen Fragen vertreten wurde, als Brot für alle an den Vatikan und die
Schweizer Bischofskonferenz einen sehr kritischen Brief geschrieben haben. Wir
haben das vorher mit dem Fastenopfer abgesprochen. Wir haben gesagt, unsere
Beziehung ist so stark, dass Kritik möglich ist. Oder dass das Fastenopfer
vielleicht irgendwann eine evangelische, eine protestantische Position nicht
teilt und sagt, da können wir nicht mitgehen. Es muss also auch möglich sein,
wenn wir von Gemeinsamkeiten sprechen, auch von Differenzen zu sprechen. Das
ist eben eine tragfähige ökumenische Partnerschaft, die dies auch erträgt.
Zum Schluss werden
einige Herausforderungen formuliert. Sie beziehen sich auf handlungsbezogene
und damit ethische und weniger auf dogmatische Aspekte.
Brot für alle und Fastenopfer sind Werke der Kirchen. Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund und die Schweizerische Bischofskonferenz sind die Träger unserer Werke. Gleichzeitig brauchen beide Werke den nötigen Handlungs- und Entscheidungsspielraum, um ihren Auftrag, den sie von den Kirchen erhalten haben, gut erfüllen zu können. Es gab Konflikte um diese Beziehung zwischen Fastenopfer und der Kirche, die dann in einem langen Ringen zum Rücktritt der damaligen Direktorin und zur Restrukturierung führten. Das neue Grundlagenpapier des Fastenopfers ist auch ein Versuch, das Selbstverständnis des Fastenopfers zu klären, auch die Kirchenbeziehung. Brot für alle hat an diesem Konflikt mitgelitten, gleichzeitig aber auch respektiert, dass es zunächst ein innerkatholischer Konflikt ist und sich abgegrenzt. Es war nicht ganz einfach, es war manchmal schmerzlich. Aber auch das gehört zu dieser ökumenischen Beziehung. Umgekehrt haben wir bei Brot für alle zusammen mit dem Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund, dem HEKS und den Missionswerken im letzten Jahr eine Tagung durchgeführt mit dem Titel: “Mehr Kirche, mehr Welt, mehr Weltkirche“, mit der Frage: Wie ist die Beziehung zwischen den evangelischen Werken und Missionen zur Kirche, und wie sehen wir uns als Teil der Weltkirche? Auch da ein Ringen um die Frage Freiraum, Eingebundensein in die Kirche, was ist das Mandat, der Auftrag der verschiedenen Werke. Eine wichtige Herausforderung für uns ist dieses Spannungsfeld, Werke der Kirche sein zu wollen, und gleichzeitig innerhalb dieser Kirchen auch einen spezifischen Auftrag zu erfüllen, und damit auch notwendigerweise am einen oder anderen Punkt in einer gewissen Spannung zu anderen Teilen der Kirche zu stehen, die vielleicht einen anderen spezifischen Auftrag haben. Das gehört zum lebendigen Kirche sein und zur lebendigen Ökumene. Auch gibt es Probleme eines gewissen Neides von Kirchenleitungen gegenüber kirchlichen Werken wie Fastenopfer und Brot für alle: „Die haben so viel Geld, die haben die öffentliche Anerkennung, die können in der Öffentlichkeit auftreten, wir als Kirchen sind eher in einer defensiveren Situation heute.“ Viele Menschen, auch in der Schweiz, sagen: Kirche nein, Glaube ja, oder Kirche nein, kirchliche Hilfswerke ja. Sie treten aus der Kirche aus, aber spenden Fastenopfer oder Brot für alle. Und das ist eine nicht ganz einfache Situation, mit der wir hier umzugehen lernen müssen. Es kommt hier eine wichtige ekklesiologische Frage dazu: Welches Selbstverständnis haben wir denn als Kirche? Mir wird immer wichtiger, dass wir die Grundeinsicht der jesuanischen Botschaft erkennen und anerkennen: „Wer sein Leben verliert, wird es gewinnen, und wer es gewinnen und festhalten will, der kann es nicht halten“. Auf die Institution Kirche und die Werke übertragen würde das heissen: Kirchen verlieren ihr Leben, wo sie sich primär um ihre Selbsterhaltung sorgen, und Kirchen gewinnen ihr Leben und ihr Überleben, wenn sie „Kirche für andere“ (Bonhoeffer) sind, wenn sie Kirche für die Welt sind, wenn sie da sind für die Gemeinschaft, für die anderen. Wo sie für diese Gemeinschaft Zeugnis ablegen, ökumenisch Zeugnis ablegen, ist Leben verheissen.
Es gibt ökumenische Projekte, die von Brot für alle und
Fastenopfer gemeinsam
unterstützt werden, in den verschiedenen Ländern Afrikas, Asiens, und
Lateinamerikas. Dies sind aber relativ Wenige. Weil wir die Sammlung in der
Schweiz ökumenisch durchführen, gibt es mehr Gemeinden, die solche Projekte
unterstützen möchten als es Projekte gibt. Von diesen ökumenischen Erfahrungen
können wir auch in anderen Ländern erzählen und sie ermutigen, diese Wege auch
zu gehen. Aber wir müssen auch die Grenze anerkennen, dass die Partner eben oft
nicht in derselben paritätischen ökumenischen Situation in ihrem Land sind. Nur
ein Beispiel: Wenn Brot für alle Projekte in Brasilien unterstützt, ein Land
das mehrheitlich katholisch ist oder in den Philippinen (20 % protestantische
Kirchen, 80 % der Christen katholisch), dann ist es ganz schwierig, diese
Partner auf dasselbe paritätisch-ökumenische Modell verpflichten zu wollen. Uns
hingegen fällt dies leicht, da der Anteil Katholiken und Reformierte landesweit
gesehen einigermassen gleich stark ist.
Die Pfingstkirchen und charismatischen Bewegungen in den
Entwicklungsländern wachsen sehr rasch. Es sind die am schnellsten wachsenden
Kirchen. Und in vielen Ländern sind sie zahlenmässig bereits stärker vertreten
als die römisch-katholischen oder die Zahl der übrigen protestantischen
Christen. Oft sind sie auch verbunden mit einer speziellen Theologie, dem
sogenannten „prosperity gospel“ oder auf deutsch Wohlstandsevangelium, das
Wohlstand verspricht, wenn man zu dieser Gemeinschaft gehört und sein Geld
dieser Kirche abgibt (das ist sehr verkürzt gesagt). Darin besteht eine grosse
Herausforderung, denn diese Kirchen sind sehr oft nicht ökumenisch orientiert,
sondern zum Teil sogar sehr explizit anti-ökumenisch. Es ist eine eigenartige
Erfahrung, die aber auch nachvollziehbar ist, dass Arme, Besitzlose,
Ausgeschlossene gar nicht a priori ökumenisch eingestellt sind, sondern sehr
stark auf ihre eigene Kirche, ihre eigene Gruppenzugehörigkeit pochen. Das ist
eine Spannung. Wir möchten als kirchliche Hilfswerke auch für das gegenseitige
Verständnis werben, für die Offenheit füreinander unter Christen und mit
Andersgläubigen und stellen fest, dass die Armen selber eben zum Teil sehr
stark ausgrenzend sind, natürlich auch als reine Überlebensstrategie. Das
prosperity gospel ist heute oft sehr viel attraktiver als die Theologie der
Befreiung. Man könnte etwas überspitzt sagen: die traditionellen etablierten
Kirchen haben die Theologie der Befreiung für die Armen gepredigt, und die
Armen haben sich das Wohlstandsevangelium zu eigen gemacht. Da ist eine
eigenartige Diskrepanz und Spannung spürbar. Eine Herausforderung, der wir uns
stellen müssen. Und deshalb kann es eben auch heissen, dass wir Ökumene dank
und trotz der Armen leben sollen.
Eine wichtige Herausforderung sind christliche und andere Fundamentalismen. Wir sind heute in vielen Ländern damit konfrontiert, in vielen Projekten, wo die Spannung zwischen Christen und Hindus, die Spannung zwischen Christen und Muslimen existiert. Dies sind oft sehr schmerzvolle Erfahrungen. Dabei ist es nicht einfach, etwas von diesem Geist der Liebe zum Ausdruck zu bringen, wenn die eine Seite - das können Nicht-Christen oder Christen sein - sehr ausschliessend, ausgrenzend gegenüber anderen Konfessionen und Religionen ist.
Brot für alle und Fastenopfer haben gemeinsam bei der
DEZA schon länger darauf hingewiesen, dass man in einem modernen
Entwicklungsverständnis eigentlich die religiöse Dimension nicht ausklammern
darf. Religion ist integraler Bestandteil von Entwicklung. Wir im aufgeklärten
Abendland sind durch eine Aufklärung hindurchgegangen und leben seither in
einer gewissen Spannung zwischen Religion und Staat, Religion und Gesellschaft.
Aber in vielen anderen Erdteilen ist das völlig unverständlich. Zum Beispiel in
Afrika sagen die Bewohner von sich selbst: „Jeder Afrikaner ist religiös“. Dort
gibt es diese Trennung, wie bei uns, nicht. Deshalb kann man nicht eine
staatliche Entwicklungszusammenarbeit leisten, die die religiöse Dimension
ausklammert. Das ist schlicht unsinnig. Andererseits haben die Regierungen der
Geberländer des Nordens das Problem, dass sie nicht mit staatlichen
Steuergeldern z.B. Missionsstationen unterstützen wollen, weil sonst sofort die
Kritik laut wird, ein religiös neutraler Staat könne doch nicht mit
Steuergeldern eine Missionsstation
finanzieren. Nun sind Brot für alle und Fastenopfer mit dem Bund in Dialog getreten.
Die religiöse Dimension von Entwicklung wird heute vom Bund ernst genommen.
Nicht zuletzt wegen des 11. Septembers, wo deutlich wurde, dass man den Fundamentalismus
nur bekämpfen kann, wenn man Religion nicht ausgrenzt und verdrängt, sondern
ernst nimmt und Alternativen zum Fundamentalismus aufzeigt. Und nun ist der
Bund bereit, Pastoralprojekte des Fastenopfers zu prüfen, und theologische
Projekte von Brot für alle mit staatlichen Geldern mitzufinanzieren. Also dies
auch eine neue Herausforderung, der wir uns gemeinsam stellen.
Es wird deutlich, dass wir heute immer weniger nur national, kantonal oder lokal denken können, sondern letztlich international handeln und denken müssen und wollen. Es ist sehr ermutigend zu sehen, dass diese Art von ökumenischer Zusammenarbeit, die wir in der Schweiz zwischen Brot für alle und Fastenopfer leben, auch international an Boden gewinnt. Zum Beispiel in Deutschland, wo die Zusammenarbeit zwischen Brot für die Welt und Misereor, den deutschen Partnerorganisationen, weit weniger eng war als in der Schweiz, hat sie sich in den letzten Jahren deutlich verstärkt. Auch in anderen Ländern ist dieser Prozess in Gang.
Wie weit geht denn Ökumene für Fastenopfer und Brot für alle? Ist Ökumene nun Partnerschaft? Kooperation? Weshalb fusionieren Fastenopfer und Brot für alle nicht? Dies ist eine Frage, die bereits gestellt wurde. Man könnte doch ein ökumenisches Hilfswerk machen. Wäre durchaus denkbar. Ist auch eine Frage, die wir diskutiert haben. Aber bis jetzt sind wir zum Schluss gekommen, dass diese Art von ökumenischer Zusammenarbeit genügt, dass sie vielleicht sogar auch ein Stück gefährdet werden könnte durch eine Fusion, weil die Realität in den Partnerländern, bei den Partnern und bei den Kirchen in der Schweiz, eben nicht dieselbe ist wie bei uns. Deshalb wollen wir eher zu dieser tragfähigen Ökumene Sorge tragen, sie weiterführen und nicht durch überspannte Formen wo möglich gefährden. Die Ökumene verpflichtet.
Bern, 4. Juli 2003 Christoph Stückelberger
Angaben zur Person
Prof.
Dr. Christoph Stückelberger, geboren 1951,
Theologiestudium
in Basel, Nairobi, Zürich
Doktorat
und Habilitation in Ethik,
Zentralsekretär
von Brot für alle,
Professor
für Ethik an der Theologischen Fakultät der Uni Basel.
Autor
zahlreicher Bücher und Broschüren, u.a. Ethischer Welthandel (Bern, 2. Auflage
2003), Umwelt und Entwicklung. Eine sozial-ethische Orientierung (Stuttgart
1996)
Liste
seiner Publikationen (d,e,f) unter www.christophstueckelberger.ch
[1] Vgl. Raiser, Konrad: Art. Oikoumene, in: Dictionary of the Ecumenical Movement, ed. By N. Lossky et al, 2nd edition Geneva 2002, 840-841.
[2] Ebd., 841.
[3] Stückelberger, Christoph: Globalisierung und
wirtschaftliche Gerechtigkeit:ökumenisches Ringen zwischen Bekenntnis und
Reform, in: Barbara Brunner et al: Mache den Raum dieses Zeltes weit.
Internationale
ökumenische Konferenzen der neunziger Jahre, SEK, Bern 2002, 84-93
[4] vgl. auch 40 Jahre Brot für alle.
Jubiläumszeitung, Bern 2001, 36 Seiten
[5] Brot
für alle: Leitbild, Bern 2000;
Fastenopfer: Grundlagenpapier
zum Selbstverständnis des Fastenopfers als kirchliches Hilfswerk, Luzern 2003;
Brot für alle/Fastenopfer:
Manifest 2000 (Vision zum 25 Jahr-Jubiläum 1986)