Rahmenbedingungen und
ethisch-ekklesiologische
Herausforderungen
der diakonischen Arbeit in
der Schweiz
Prof. Dr. Christoph Stückelberger
Vortrag Fakultätstage, Heimstätte Leuenberg, 7. Mai 2002
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Die Anfrage für mein Referat lautete, die spezifischen Rahmenbedingungen der diakonischen Arbeit in der Schweiz darzulegen und zukünftige Herausforderungen zu formulieren. Damit sind auch schon drei Eingrenzungen des Themas deutlich: a) die biblisch-theologische Grundlegung der Diakonie ist hier nicht die Aufgabe – sie wurde neutestamentlich ja von meiner Vorrednerin entfaltet. b) Zudem werde ich mich auf den Bereich der evangelischen Diakonie in der Schweiz begrenzen. Es würde den Rahmen sprengen, die katholische Diakonie auch darzulegen. Deren geschichtliche Entwicklung erfolgte z.T. doch deutlich anders mit dem früher sehr ausgeprägten katholischen Verbandswesen. Heute ist die ökumenische Zusammenarbeit in manchen, besonders neuen diakonischen Feldern und in der Auslanddiakonie eng. c) Die Inlanddiakonie steht mehr im Vordergrund des Referates als die Auslanddiakonie. Obwohl ich selbst mich ja besonders mit in der Entwicklungszusammenarbeit und weltwirtschaftlichen Fragen (einerseits praktisch und andererseits wissenschaftlich-ethisch) beschäftige, ist der Begriff der Diakonie in den Kirchen und in der Gesellschaft doch überwiegend mit Verantwortung gegenüber den Schwächeren im Inland verbunden.
Damit sind wir aber auch schon mitten im Reichtum und in der Schwierigkeit des Diakoniebegriffs. Um in den nächsten beiden Kapiteln eine institutionelle und eine thematische Landkarte der Diakonie in der Schweiz skizzieren zu können, muss doch geklärt werden, was überhaupt unter Diakonie zu verstehen und zu subsumieren ist: Ist sie „Sozialarbeit in Gottes Namen“, wie der Untertitel der Fakultätstagung lautet? Ist sie Evangelisation im sozialen Gewand? Ist sie eine Blackbox, in die jede/r einfüllen kann, was ihm oder ihr beliebt, weil zumindest ausserhalb der Kirche sowieso niemand versteht, das damit gemeint ist? Ist sie das, was den Namen Diakonie im Titel trägt oder was die Homepage des Diakonieverbandes Schweiz unter Mitgliedern aufführt (www.diakonieverband.ch)?
Diakonie
wird sehr vielfältig definiert. Der erwähnte Diakonieverband Schweiz – er ist
mit über hundert Werken und allen Deutschschweizer Kirchen als Mitgliedern der
wichtigste Dachverband evangelischer Diakonie in der Schweiz - definiert
Diakonie knapp und bündig so: „Diakonie –
der Dienst am Mitmenschen aus christlicher Motivation.“ Ich gehe für die Beschreibung der
diakonischen Landkarte von diesem Diakoniebegriff aus. Er enthält wie fast alle
Diakoniebegriffe die beiden Elemente „Dienst“ und „christlich“. Die notwendige
Unschärfe des Begriffs beruht einerseits in der Weite und Kontextbezogenheit
der Dienste, denn das, was Menschen als Dienstleistung von andern brauchen, ist
je nach Kontext oder Zeit sehr verschieden. Er beruht andererseits auf der
Unschärfe des proprium christianum, also dessen, was nun zur Sozialarbeit
spezifisch dazu kommt. Damit verbunden ist die später zu präzisierende Frage,
ob dieses Christliche nur als Motivation der diakonisch Arbeitenden oder als
aktive Verkündigung des Evangeliums -
was eben als innere Mission bezeichnet wurde – in der Diakonie wirkt.
Entscheidend
für diesen ersten Schritt der Klärung des Diakoniebegriff ist also, dass
Diakonie immer das Element des Dienstes mit und für den Nächsten und das Element
der christlichen Fundierung dieses Dienstes miteinander verbindet.
Christliche Diakonie in der Schweiz wandelte sich im Laufe der letzten 150 Jahre erheblich und zeigt auch heute vielfältigste Gesichter. Die folgende Tabelle zeigt die institutionelle Landkarte der evangelischen Diakonie in der Schweiz in Umrissen. Aus der Vielzahl der mehreren hundert evangelischen diakonischen Institutionen in der Schweiz sind hier nur die Hauptelemente genannt. Dabei zeigen die verschiedenen Ebenen von der Kirchgemeinde bis zum weltweiten Ökumenischen Rat der Kirchen, dass Diakonie diese spezifische Chance der lokalen Verankerung und Nähe zu den Notleidenden, aber auch die potentielle Stärke regionaler, nationaler und globaler Institutionen vereint, auch wenn sie das internationale Potential noch ungenügend nutzt.
Die Tabelle zeigt mit den drei vertikalen Spalten, dass Diakonie einerseits in der hierarchischen Linie der verfassten Kirchen von der Kirchgemeinde bis zum Kirchenbund verankert ist, dass aber ihre quantitative, finanzielle und personelle Stärke (wie in den meisten mitteleuropäischen Ländern) in den diakonischen Werken und Verbänden liegt. Diese wurden und werden von den Kirchen oder von Gründerpersönlichkeiten, Verbänden oder Bewegungen initiiert und zumeist von den Kirchen unterstützt. Dabei ist die Auslanddiakonie und die Inlanddiakonie zu unterscheiden, wobei landläufig vorwiegend die Inlanddiakonie zur Diakonie gezählt wird, währenddem die Auslanddiakonie eher als Entwicklung, Mission oder weltweites Kirchesein bezeichnet wird. Theologisch und ekklesiologisch gehören Inland- und Auslanddiakonie klar zusammen, da sie Ausdruck desselben Dienst-Auftrags der Kirchen in der Gesellschaft sind.
2.
Institutionelle Landkarte der
evangelischen diakonischen Einrichtungen in der Schweiz. Eine unvollständige
Kurzübersicht
|
Institution Ebene |
Verfasste
Kirchen |
Werke/Verbände |
Werke/Verbände Auslanddiakonie |
|
International |
- OeRK - KEK |
- Eurodiakonia. - Europ. Diakonieforen |
- Aprodev - OeRK, ACT, EAA |
|
National |
- SEK
Abteilung Diakonie und ISE - SEK
Stiftung Fondia |
-
Diakonieverband Schweiz -
Ausbildungsstätten (Diakonenhaus) - HEKS
Inland -
Blaues Kreuz BK -
Heilsarmee HA -
Frauenbund EFS -
Volksbund SPV -
Werke Inn.Mission -
Medien, Verlage |
-
Evang. Hilfswerke und Missionen (BFA, HEKS, mission 21, DM, cfd etc.) -
Arbeitsgemeinschaft Hilfswerke - SEK
Aussenbeziehungen mit Auslandgemeinden |
|
Kantonal/regional |
-
Diakonatskapitel/ Diakoniebeauftragte -
Spezialpfarrämter -
Centres Sociaux protestants CSP -
Heimstätten -
Kantonale OeME-Beauftragte |
-Diakonissenhäuser -
regionale Spezialpfarrämter -
Regionalstellen nationaler Werke |
-
Kantonale OeME-Beauftragte und Komitees der Hilfswerke/Missionen |
|
Lokal/regional |
-
Diakonische Mitarbeitende -
landes- und freikirchl. Einrichtungen |
-
Heime - soz.
Einrichtungen -
Ferienzentren |
-
Unterstützungskomitees der Auslandwerke |
ACT Action of Churches Together (Nothilfe, Sitz bei OeRK
in Genf)
APRODEV Ökumenischer
Europäischer Verband der Hilfswerke
BFA Brot
für alle
BK Blaues
Kreuz
Cfd Christlicher
Friedensdienst
CSP Centres
sociaux protestants der welschen Kirchen
D-CH DK Deutschschweizerische
Diakonatskonferenz
DRMD Departement romand des Ministères diaconaux
DS Diakonieverband
Schweiz, 1927 gegründet, Mitgl.: 104 diakon. Werke und 18 Kirchen
EAA Globales
Ökumenisches Aktionsbündnis (Entwicklungspolitik, Sitz bei OeRK in Genf)
EFS Evang.
Frauenverband der Schweiz
Eurodiaconia
Europäischer Verband für Diakonie
Fondia Stiftung
zur Förderung der Gemeindediakonie im SEK
HA Heilsarmee
HEKS Hilfswerk
der Evangelischen Kirchen der Schweiz
KEK Konferenz
Europäischer Kirchen
OeME (Beauftragte
für ) Oekumene, Misison, Entwicklung
OeRK Oekumenischer
Rat der Kirchen, Genf
SAG Arbeitsgemeinschaft
der sozialdiakon. Mitarbeitenden in ev. Kirchgemeinden
SEK Schweiz.
Evang. Kirchenbund
SPV Schweiz.
Protestantischer Volksbund
Adressen und Personen im Kalender der
Evangelischen Kirchen der Schweiz, Kapitel Werke der Kirche und der Inneren
Mission (erscheint jährlich, 2002 S. 418-441) und beim Diakonieverband (www.diakonieverband.ch).
3.
Thematische Landkarte der evangelischen
diakonischen Einrichtungen in der Schweiz. Ein Vergleich 1940 und 2002
|
Historischer Vergleich Haupt- Arbeitsfelder |
Arbeitsfelder der
„Inneren Mission und Evangelischen Liebestätigkeit“ 1940* |
Arbeitsfelder
der
evangelischen Diakonie, christlichen Sozialarbeit und Inneren Mission 2002** |
|
1) Behindertenhilfe |
Fürsorge
für Epileptische, Krüppel, Geistesschwache, Blinde, Taubstumme |
-
Behindertenheime -
Behindertenpfarrämter (Blinde, Taube, Epileptische) |
|
2) Kranken- und |
|
-
Akut- und Langzeitspitäler -
Spezialkliniken, Psychiatrie -
Ambulante Pflege -
Alters- und Pflegeheime |
|
3) Suchtprävention und Suchtkrankenhilfe |
-
Trunksucht -
Unzucht -
Alkoholismus -
|
-
Alkoholismus -
Übrige Drogen -
Therapiezentren/ -
Wohngemeinschaften/-heime |
|
4)
Weitere Spezialseelsorgedienste |
-
Gefangenen- und Entlassenenfürsorge -
Schaustellerseelsorge |
-
Gastgewerbeseelsorge -Gefangenenseelsore -
Militärseelsorge -
Telephon-/Internet- und SMS-Seelsorge -
Aidsseelsorge In- und Ausland -
Notfallseelsorge |
|
5)
Betreuung von Kindern und Jugendlichen (Erziehung als Lebensbegleitung) |
-
Kinderheime, Waisenhäuser, Jugendbewegung -
Erziehungsvereine |
-
Heime für versch. Altersgruppen -
Heilpädagog. Pflegefamilien -
Beratung von Jugendlichen |
|
6) Ausbildung/ Berufsbildung |
-
Krippen, Kindergarten -
Evang. Schulen -
Haushaltungsschulen |
-
Evang. Schulen von Kindergarten bis Matur -
Berufliche Aus- und Weiterbildung (Diakonie, Krankenpflege, Lehrerseminarien)
-
Heimstätten, Tagungszentren |
|
7)
Dienst zur Besserung der sozialenVerhältnisse/ Arbeitsmarkt |
-
Gewerkschaftsarbeit -
Arbeiterhilfe -
Arbeitslosenversicherung -
Stellenvermittlung Stipendien -
Freiwilligenarbeit -
Sonntagsfeier -
Arbeiterkolonien |
-
Stellennetze -
Arbeitslosenhilfe -
Kirche und Wirtschaft -
Stipendien -
Freiwilligenarbeit |
|
8) Freizeitgestaltung/ Erholung |
-
Erholungsfürsorge -
Christliche Hospize -
Kurhäuser |
-
Jugend/Lagerhäuser -
Christliche Hotels/Pensionen -
Heimstätten -
Tourismusseelsorge -
|
|
9) Genderarbeit |
-
Frauenarbeit -
Männliche Diakonie -
Weibliche Diakonie |
-
Arbeit der Frauenverbände -
Männerarbeit -
Frauen und Entwicklung (Hilfswerke) |
|
10)
Lebenshilfe Partnerschaft |
-
Einzel- und Paarberatung |
-
Einzel- und Paarberatung |
|
11) Migration |
-
Auskunftsstellen für evang. Auswanderer -
Flüchtlingsarbeit |
-
Migrations-/Integrationsstellen -
Flüchtlingsarbeit -
Interreligiöse Arbeit |
|
12) Entwicklungszusammenarbeit |
-
Wiederaufbau Europa |
-
Langfristige Enwicklungsarbeit -
Nothilfe |
|
13) Mission |
-
Mission im Ausland -
Innere Mission |
-
Mission im In- und Ausland |
|
14) Zwischenkirchliche ökumenische Diakonie |
-
Prot.-kirchl. Hilfsvereine -
Diasporaarbeit |
-
Zwischenkirchliche Hilfe -
Kirchen- und Gemeindepartnerschaften |
|
15) Glaubens- und Berufsgemeinschaften |
-
Diakonissenhäuser -
Christliche Lebensgemeinschaften |
-
Diakonissenhäuser -
Christliche Lebensgemeinschaften |
|
16)
Dienst der Verkündigung |
-
Stadtmission -
Sonntagschule -
Traktat- und Plakatmission -
Gasthausmission -
Binnenschiffermission - Verkehrspersonalmission |
-
Flughafenseelsorge -
Bahnhofseelssorge -
Interreligiöse Begegnungsarbeit |
|
17) Gemeindeaufbau |
|
-
Gemeindeaufbau -
Ausländische Gemeinden in der Schweiz |
|
18) Medienarbeit |
-
Pressearbeit -
Radioarbeit, Filmarbeit -
Christliche Laienspiele |
- Ref.
Mediendienst (Radio, TV, Presse, Film etc.) -
Buchhandlungen, Verlage |
|
19)
Diakonie an der Schöpfung |
-
Erntedank |
-
ökologisches Handeln der Kirchgemeinden -
Kirche und Tiere -
internationaler Klimaschutz |
|
20) Politische Diakonie |
-
Kirchliche Friedensbestrebungen |
-
Sozialpolitik Inland -
Entwicklungspolitik Ausland - Wirtschaftspolitik
national und international -
Europapolitik |
* Schweiz. Verband
für Innere Mission und Evang. Liebestätigkeit (Hrsg.): Unser Dienst am Bruder.
Die Werke der Inneren Mission und Evang. Liebestätigkeit in der Schweiz, Zürich
1940.
** Kalender der Evangelischen Kirchen der Schweiz 2002,
Kapitel Werke der Kirche und der Inneren Mission, 2002, S. 418-441, Schweiz.
Diakonieverband, Homepage, eigene Recherchen).
Die 20 aufgelisteten Arbeitsfelder lassen sich in 7 Gruppen einteilen:
a) Diakonie für Schicksalsgruppen (Felder 1-5), also für Benachteiligte wie Behinderte, Süchtige, Kranke
b) Diakonie für Altersgruppen (Felder 2,5): Kinder , Jugendliche, Alte
c) Diakonie für Beziehungen und Integration (Felder 9-11): Gender, Partnerschaft, Migration)
d) Diakonie durch Verkündigung (Felder 13,15-18): Mission, Glaubenshilfe, Gemeindeaufbau
e) Weltweite Diakonie (Felder 12-14): Entwicklung, Mission, Zwischenkirchl. Hilfe
f) Ökologische Diakonie (Feld 19): Diakonie an der Schöpfung
g) Politische Diakonie (Feld 20): Gesellschaftsdiakonie als Mitgestaltung der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
Die evangelische diakonische Arbeit in der Schweiz ist von verschiedenen Rahmenbedingungen geprägt. Einige seien hier stichwortartig und unvollständig erwähnt:
Unter den genannten Rahmenbedingungen ergeben sich verschiedene Herausforderungen für die Diakonie. Diese Herausforderungen sind m.E. nicht konfessionsspezifisch, sondern betreffend christliche Diakonie im europäischen Kontext insgesamt. Ich gehe dabei von einer Ekklesiologie der „Kirche für andere“ (Bonhoeffer) aus. Diakonie ist im Kern „Kirche für andere“. Wiederum beschränke ich mich auf ein paar thesenförmige Denkanstösse, auch für die anschliessend Diskussion.
·
Spiritualität – glaubensorientiert
Zu den oft verborgenen, aber verbreiteten seelischen Nöten unserer Zeit gehört
die religiöse Orientierungslosigkeit und der Hang nach Ersatzreligion. Eine
spezielle Herausforderung der Diakonie ist es, in besonderer Weise auch auf
diese religiösen Nöte der Menschen einzugehen, nicht durch den Zwang zur
Bekehrung, sondern durch glaubensorientierte Lebenshilfe. Wo Diakonie das
evangelische Fundament mit interreligiöser Offenheit verbindet, kann sie einen
tragfähigen christlichen Dienst des Zeugnisses leisten.
·
Nicht-mehr-Märkte – schattenorientiert
Marketing von sozialen Dienstleistungen und moderne Mittelbeschaffung haben
auch viel mit Medienpräsenz zu tun. Wenn Medien sich von einem Thema abwenden,
droht, dass sich auch Sozialanbieter abwenden. Diakonie heisst Einsatz für die
Vergessenen, die nicht mehr im medienwirksamen Rampenlicht der Oeffentlichkeit,
sondern im Schatten des Vergessens stehen und gerade dann die liebende
Zuwendung am Nötigsten haben. Die biblische Botschaft von Gottes Zuwendung zu
den Ärmsten schliesst die Zuwendung zu jenen im Schatten ein. Die
Herausforderung besteht darin, Geldgeber für solche „schattenorientierte
Diakonie“ zu motivieren.
·
Prävention – gerechtigkeitsorientiert
Diakonie stand und steht immer wieder im Verdacht, Pflästerlipolitik zu
betreiben und Reparaturdienste für Opfer unbarmherziger wirtschaftlicher Mechanismen
oder politischer Systeme zu leisten. Demgegenüber steht die ganzheitliche
Diakonie, die neben dem kurativen auch den präventiven Dienst leistet. Damit
ist sie politische Diakonie, die die Ursachen der Not anpackt. Die erste
europäische Diakoniekonferenz in Bratislava 1994 sagte dies in der Bratislava-Erklärung
deutlich: „Die Diakonie muss auch ihren politischen Einfluss stärken, indem sie
neue Methoden entwickelt, die auf wachsame Beobachtungen jener Realitäten
ausgerichtet sind, die der Menschenwürde schaden und die Entfaltung des
Menschen und der Gemeinschaft behindern. Ein solches politisches Wirken
erfordert Arbeitsmethoden, die von der Basis ausgehend Aktionen von Betroffenen
und für Betroffene unterstützt.“ Solche Diakonie ist gerechtigkeitsorientiert,
indem sie nicht nur Not lindert, sondern den Benachteiligten zu ihren Rechten
verhilft. Sie nimmt damit den biblischen Ruf nach Gerechtigkeit als Teil des
Liebesgebots ernst.
Literaturhinweise
-
Dubach, Alfred/Lienemann, Wolfgang (Hrsg.): Aussicht auf
Zukunft. Auf der Suche nach der sozialen Gestalt der Kirchen von morgen.
Kommentare zur Studie „Jed® ein Sonderfall? Religion in der Schweiz, Bd. 2,
Zürich/Basel 1997, div. Aufsätze
-
Kalender der Evangelischen Kirchen der Schweiz 2002,
Kapitel Werke der Kirche und der Inneren Mission, 2002, S. 418-441.
-
Kohler, Marc Edouard: Kirche als Diakonie, Zürich 1991.
-
Pfister, Dieter: Sozialmarkt Schweiz zwischen Unter- und
Überversorgung. Befunde, Ursachen, Reformen, Basel 1996.
-
Ringeling, Hermann: Der diakonische Auftrag der Kirche,
Bern
-
Schweiz. Verband für Innere Mission und Evang.
Liebestätigkeit (Hrsg.): Unser Dienst am Bruder. Die Werke der Inneren Mission
und Evang. Liebestätigkeit in der Schweiz, Zürich 1940.
-
Sigrist, Christoph: Die geladenen Gäste. Diakonie und Ethik
im Gepräch. Zur Vision einer diakonischen Kirche, Bern
-
Strohm, Theodor (Hrsg.): Diakonie an der Schwelle zum neuen
Jahrtausend. Ökumenische Beiträge zur weltweiten und interdisziplinären
Verständigung, Heidelberg 2000.
-
Stückelberger, Christoph: Umwelt und Entwicklung. Eine
sozialthische Orientierung, Stuttgart 1997 (Diakonie an der Schöpfung)
-
Vinay, Tullio: Die politische Diakonie der Kirche, Tübingen
1987.
Websites
-
www.diakonieverband.ch (Website
Diakonieverband Schweiz)
-
www.diakonie.ch (Website Diakonie der Aargauer
Landeskirchen)
-
www.diakonie.de (Diakonisches Werk der EKD
-
etc.